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Was beschäftigt dich gerade? - Eine Ausstellung von Studio 11

Geschätze Lesezeit: 2 Minuten

Bethel Getu

Wenn man Bethels Arbeiten zum ersten Mal begegnet, fühlt es sich nicht so an, als würden sie zu einem sprechen. Es fühlt sich an, als würden sie zuhören. Die Gemälde im Studio 11 beginnen mit Fragen, die mitten in echten Gesprächen gestellt werden, in Momenten, in denen Menschen vergessen, sich zu filtern, und dann sofort versuchen, das Gesagte zurückzunehmen. Bethel achtet auf das, was in diesem Sekundenbruchteil geschieht. Die Pause vor einer Antwort. Die Art, wie jemand mitten im Gedanken die Richtung ändert. Die Dinge, die beinahe ausgesprochen werden und dann verschwinden. Diese Momente werden zum Ausgangspunkt der Arbeit.

Bethels Prozess entsteht durch Austausch. Sie stellt Fragen und hört mehr zu, als dass sie lenkt. Was Menschen sagen, findet indirekt Eingang in die Arbeit, gefiltert durch Wiederholung und Erinnerung. Mit der Zeit gehören diese Antworten nicht mehr einzelnen Stimmen. Sie beginnen, sich zu überlagern. Denn es wird schwierig zu trennen, was wirklich persönlich ist und was aufgenommen wurde. Die Ängste, Erwartungen und Wünsche anderer Menschen bleiben nicht außerhalb von einem. Sie sammeln sich an, bis sie anfangen, sich innerlich anzufühlen. Die Gemälde spiegeln diesen Zustand zurück, ohne zu versuchen, ihn zu bereinigen oder zu erklären.

Eine Person betrachtet Gemälde in einer Galerie.

In den Gemälden bewegen sich Gedanken in Fragmenten. Angst erscheint neben Verlangen. Erinnerung steht neben Zweifel. Glaube und Intimität tauchen auf, ohne sich zu einer eindeutigen Bedeutung zu fügen. Nichts wird als abgeschlossen präsentiert. Stattdessen halten die Arbeiten die Instabilität des Denkens selbst fest – die Art, wie der Geist selten lange genug an einem Ort bleibt, um sich einer Sache sicher zu sein.

Es gibt keine klare Botschaft, die am Ende wartet. Die Arbeit widersetzt sich dieser Art von Abschluss. Stattdessen verlangsamt sie alles so weit, dass Wiedererkennen möglich wird. Man steht davor und merkt, wie vertraut sich bestimmte Gedanken anfühlen, selbst wenn man sich nicht erinnern kann, wo man ihnen zuerst begegnet ist.

Wenn man geht, ist die Frage nicht länger abstrakt. Sie bleibt bei einem, unruhig, etwas zu nah. Woran denkst du eigentlich wirklich?

Mehr zur aktuellen Ausstellung und den gezeigten Kunstwerken findest du auf der Website von Studio 11.

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