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Abstrakte Bilder, die Zeit verlangen – und endlich Anerkennung bekommen

Zwischen Damals und Jetzt

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Zwischen Damals und Jetzt

Abel Lema

Als wir Abel Lema zum ersten Mal begegnet sind, hat er nicht viel gesprochen. Er ließ seine Arbeiten für sich sprechen. Große, abstrakte Gemälde, geschichtet und dicht, voller Bewegung und zugleich zurückgenommen. Man spürte sofort, dass diese Werke nicht hastig entstanden waren. Sie trugen Disziplin in sich.

Abel ist Absolvent der Alle School of Fine Arts, einer der wenigen Institutionen in Äthiopien, an denen bildende Künstler eine formale Ausbildung erhalten. Sein Studium gab ihm Struktur, doch Sichtbarkeit stellte sich nicht leicht ein. Wie bei vielen Künstlern, die abstrakt arbeiten, stand seine Kunst oft außerhalb des verbreiteten Geschmacks. Sie verlangte Geduld. Sie forderte die Menschen auf, langsamer zu werden.

Studio 11 hatte sich von Anfang an auf die Ausstellung von Künstlerinnen konzentriert. Die Entscheidung, Abel zu zeigen, war bewusst. Es ging nicht darum, die Vision zu ändern, sondern darum, einen Künstler anzuerkennen, dessen Werk Raum, Dialog und ernsthafte Aufmerksamkeit verdiente. Between Then and When wurde die erste Ausstellung eines männlichen Künstlers in der Galerie – und diese Entscheidung hatte Gewicht.

Die Ausstellung lief zwei Monate, länger als die meisten Shows, und diese Zeit war wichtig. Besucherinnen und Besucher kamen wieder. Gespräche entfalteten sich langsam. Die Leute begannen zu bemerken, wie sich die Gemälde veränderten, je länger man vor ihnen stand, wie sie sich einer schnellen Deutung entzogen.

 Für Abel bedeutete dies mehr als nur Aufmerksamkeit zu bekommen. Es war auch eine Form der Anerkennung. Kolleginnen und Kollegen aus der Kunstszene kamen. Sammler stellten Fragen. Zum ersten Mal existierten seine Arbeiten in einem Raum, in dem nicht erwartet wurde, dass sie sich erklären – sie sollten einfach erlebt werden.

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