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Einmal zu viel

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(1. August – 22. August)
Eine Gruppenausstellung mit Poesie

Im August eröffnete Studio 11 seine erste Ausstellung mit Poesie – ein bewusster Wechsel von Bildern zu Sprache. Die Ausstellung entstand aus einem Gespräch mit der Dichterin Tigist Mezgebu und entwickelte sich zu einer Gruppenausstellung mit fünf Lyrikerinnen und Autorinnen: Tigist Mezgebu, Enanu Girma Melka, Bethel Getu, Bezawit Zerihun und Deborah Atnafu. Im Zentrum steht Trauer – nicht als etwas, das gelöst werden muss, sondern als etwas, das Raum braucht. Diese Perspektive geht direkt aus den Gesprächen mit den Dichterinnen und dem für die Ausstellung entwickelten kuratorischen Text hervor.

Die Gedichte setzen sich mit den fünf Phasen der Trauer auseinander – Verleugnung, Wut, Verhandlung, Depression, Akzeptanz –, ohne sie als Abfolge zu behandeln. Stattdessen erscheinen sie als Zustände, die sich überlagern und wiederholen. Jedes Gedicht ist auf Leinwand gedruckt und von der Decke abgehängt, bewusst an abgenutztes, zerknittertes Papier erinnernd. Die Materialwahl spiegelt wider, wie Trauer oft erscheint: zerbrechlich, ungleichmäßig, unvollendet.

Besucher:innen sind eingeladen, sich langsam durch den Raum zu bewegen und für sich selbst zu entscheiden, welches Gedicht welchen emotionalen Zustand in sich trägt.

Begleitend zur Ausstellung veranstaltete die Galerie wöchentliche Open-Mic-Abende, bei denen Dichter:innen und Besucher:innen ihre eigenen Texte lesen, darauf reagieren und mit ihren eigenen Worten verweilen konnten. Diese Treffen erweiterten die Ausstellung über die Wände des Raumes hinaus und stärkten ihre zentrale Idee: dass Trauer etwas Gemeinschaftliches ist, oft unausgesprochen bleibt und Zeit sowie Präsenz verdient. Dieser Bericht stützt sich auf den Ausstellungstext, die Installationsgestaltung und Beobachtungen aus den Open-Mic-Veranstaltungen während der Laufzeit der Schau.

Mehr zur aktuellen Ausstellung und den gezeigten Kunstwerken findest du auf der Website von Studio 11.

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